Exped Mountain Pro 30

Ein Rucksack der mit der Hilfe zahlreicher Bergführer entwickelt wurde und auf das wesentliche reduziert wurde - das klingt Interessant! Umso mehr hat es mich gefreut, den Rucksack ausgiebig testen zu können! Seinen Einsatzbereich sieht der Hersteller als alpiner Alleskönner. Bei mir durfte der Rucksack hauptsächlich mit auf Hoch- und Mehrseillängentouren.

Der Mountain Pro bietet 30 Liter Packvolumen in einem Einkammernsystem plus Deckeltasche. Das Entwicklungsmotto "Reduktion auf das Wesentliche" wurde im Grunde eingehalten und dennoch bietet der Rucksack so viele kleine Features, dass man sie hier gar nicht alle aufzählen kann.

Ein großer Pluspunkt des Rucksacks liegt sicher in seiner Wasserfestigkeit. Bei einer langen Tagesbergtour im Dauerregen durfte er dies auch gleich unter Beweis stellen. Den Test hat der Rucksack mit Bravour bestanden. Ich konnte am Ende des Tages keine Feuchtigkeit im Rucksack feststellen! Einen kleinen Nachteil hat diese Wasserfestigkeit natürlich schon: Als mir einige Tage später meine Trinkflasche ausgelaufen ist, blieb das Wasser natürlich im Rucksack stehen und ist nicht durch das Material abgelaufen. Aber das ist jetzt auch nicht wirklich eine Voraussetzung für einen Rucksack ;-)

 

Die Gummibändern zum befestigen an den Daisy Chains. Die Rückenlänge ist bei einer Größe von 1.92 m fast zu kurz. 

Das Tragesystem des Mountain Pro 30 besticht vor allem mit seinen sehr bequemen Schulterträgern mit höhenverstellbarem Brustgurt. Obwohl die Polsterung auf den ersten Blick nicht sehr mächtig erscheint, fand ich den Rucksack unglaublich angenehm zu tragen. Auch der Hüftgurt ist sehr schmal, erfüllt aber seinen Zweck durchaus und ohne unangenehm zu drücken. Und das auch bei einem vollbepackten Kletterrucksack. Der Hüftgurt lässt sich entfernen, was aufgrund eines Klettverschlusses ein klein wenig mühsam ist. Da der Gurt aber sehr schmal ist, lässt er sich während des Kletterns auch wunderbar nach hinten weg schnallen. Der Verschluss ist so konzipiert, dass die Schnalle je nach Belieben seitlich oder frontal positioniert werden kann. Das überschüssige Material der Gurtbänder lässt sich mittels eines Klettverschlusses verkürzen und verstauen. Das ist super praktisch, da es keine lästigen Bänder mehr gibt mit denen man beim Klettern am Fels hängen bleibt, sich Karabiner verhaken können oder die im Wind herumflattern. Im Rückenpolster gibt es zwei kleine Aussparungen. Wenn ein Pickel durch die Trageschlaufe seitlich nach unten zwischen Rücken und Rucksack gesteckt wird, helfen diese Aussparungen zur optimalen Lage des Pickels, sodass dieser nicht zu sehr in den Rücken drückt.

Das Rückensystem mit den beiden Ausparungen für einen Pickel. 

Der Packsack selbst ist geräumig und verstaut in seinem Rücken eine herausnehmbare Isomatte. Außerdem gibt es eine, mittels Reißverschluss herausnehmbare, durchsichtige spritzwasserdichte Tasche für Karten, Topos etc.. Diese Tasche soll laut Hersteller auch eine Trinkblase aufnehmen können. Das ist aber sehr umständlich, da der Rucksack zu Gunsten der Wasserdichtigkeit über kein Loch für den Schlauch verfügt. An der Rückenwand gibt es außerdem vier Schlaufen zum praktischen Verstauen von beispielsweise Schaufel und Sonde oder um Kletterequipment fest zu hängen. Geschlossen wird der Rucksack mittels Rollverschluss und Kordelzug. Möchte man den Rollverschluss nicht verwenden, kann er nach innen geklappt werden und nur der Kordelzug verwendet. werden.

Das Rollsystem, das bei Bedarf auch im Packsack verstaut werden kann. 

Die Deckeltasche bietet sowohl ein Fach außen als auch eines innen. Im inneren der Innentasche befinden sich 3 kleine Schlaufen für Stifte, Schlüssel etc. Die Deckeltasche schließt entweder mittels Rapide Hooks an den beiden äußeren Daisy Chains oder aber mittels eines kleinen Karabiners an der mittleren Daisy Chain. Einziger Nachteil der Decktasche: Sie ist nicht Höhenverstellbar oder Abnehmbar.

Außen verfügt der Rucksack über 5 ,die gesamte Länge des Rucksacks abdeckende Daisy Chains. Mittels 4 mitgelieferten, längenverstellbaren  Gurten lassen sich hier Ski, Isomatte und andere große Teile flexibel anbringen. Möchte man nichts außen an den Rucksack schnallen, können diese Schlaufen einfach ausgefädelt werden. Außerdem gibt es 2 elastische Gummibänder, die zur Befestigung von Wanderstöcken, Pickel oder Eisgeräte dienen. Die Pickelschlaufen am unteren Ende des Rucksacks verfügen über kleine Extraschlitze, um die Spitzen von Teleskopstöcken aufzunehmen. Werden diese Schlaufen nicht gebraucht, können sich am Boden des Rucksacks befestigt werden.

Als Fazit lässt sich sagen, dass der Mountain Pro 30 wirklich ein sehr durchdachter Rucksack ist den ich in kürzester Zeit sehr lieb gewonnen habe. Er ist sehr bequem zu tragen und verfügt über eine Vielzahl praktischer Features und trotzdem seiner minimalistischen Grundidee treu bleibt. Einzig die nicht höhenverstellbare Deckeltasche ist meiner Meinung nach ein Nachteil. Außerdem ist der Rucksack, zumindest in der 30 Liter Version nur in einer Rückenlänge verfügbar. Menschen über 1.85 m sollten daher zu dem 40 Liter Modell greifen.


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