Suunto Ambit 3 Peak HR

Bergsport, Training und Navigation in einer Multifunktionsuhr

 

Suunto Ambit 3

UVP: 449 € (ohne HeartRate Gurt), 499 € (Black Edition mit HR), 599 € (Sapphire Edition mit HR)

Gewicht: 89 Gramm

ca. 30 Stunden Batterielaufzeit mit 5 Sek.-GPS-Genauigkeit (1 Min.-Genauigkeit: ca. 200 Stunden - nicht getestet)

Routennavigation und track-back-Funktion (Zurückverfolgung)

Kompass

Höhenmessung (FusedAltiTM)

Wetterinformationen

Herzfrequenz beim Schwimmen

Auf Aktivitäten bezogene Erholungszeit

Geschwindigkeit, Schrittart und Distanz

Bike-Power-Unterstützung (Bluetooth Smart)

Mehrere Sportarten in einem Protokoll

Movescount-Trainingsprogramme auf der Uhr

Erweiterte Funktionseinstellungen über Suunto Apps

Der erste Eindruck

Die Suunto Ambit3 Peak Black HR kommt in einer sehr edlen Verpackung, und die hohe Qualität und sehr gute Verarbeitung sieht man der Multifunktionsuhr auch auf den ersten Blick an. Nicht dass die Verpackung mir als Nutzer viel bringt, aber als erster Eindruck macht sie ihren Job gut.

Mit dabei ist der Brustgurt mit HR-Sensor - welcher viel kleiner ist als mein alter Brustgurt zur X6HR - und das Ladekabel.

Das Silikon-Armband der Uhr ist dagegen sehr ähnlich zu dem Armband der älteren X6HR.

Speziell wenn man eigentlich kein Uhrenträger ist, wirkt die Ambit3 auf den ersten Blick recht groß und kommt mir auch sehr schwer vor. Man gewöhnt sich zwar schnell daran, aber sie ist trotzdem größer als wohl die allermeisten Alltagsuhren. Dies macht sich beim Tragen enger Ärmel schon bemerkbar.

Der Funktionsumfang der GPS-Uhr ist enorm und deckt wohl das meiste ab, was man sich wünschen kann. Mit Pulsmesser, Höhenmesser, GPS-Daten, Navigation, Kompass, Wetterinfos usw. ist man für vieles bestens ausgestattet.

Eine Papieranleitung zur Uhr wird man in der kleinen Schachtel vergeblich suchen. Suunto verweist einen hier auf die Suunto Internetseite. Gut für die Umwelt, weil weniger gedruckt wird und der Nutzer kann sich immer aktuelle Manuals anschauen - ich finde es gar nicht mal so schlecht auf das Papier zu verzichten.

Synchronisation und erstes Einrichten der Suunto-Uhr

Wer ein Iphone oder ein Android Handy mit dem entsprechend neuen Betriebssystem hat, kann seine neue Uhr über das Handy synchronisieren und auch ersteinrichten. Weil aber mein Smartphone älteren Baujahres ist, kann ich diese Information nicht aus erster Hand bieten und verschiebe diesen Test auf später.

Das Einrichten über movescount ist allerdings sehr intuitiv und einfach. Man gibt seine Daten ein und kann sich die gewünschten Sportarten aus einem Katalog an icons heraussuchen. Einige sind von Suunto schon vorbereitet, können aber beliebig angepasst werden. Somit kann man für jede Sportart seine Display-Elemente selber zusammenstellen. Das heißt, beim Bergsteigen lasse ich mir meine aktuelle Höhe anzeigen, während ich dies beim Schwimmen natürlich nicht zwingend benötige. Einen Schritt weiter geht das Ganze mit den Multisport-Modi, zum Beispiel für den Bereich Triathlon oä. Hier kann man nacheinander von Schwimmen zu Radfahren und weiter zu Laufen wechseln und hat alles in einem Move gespeichert. Diese Multisport-Modi sind individuell anpassbar und so kann sich jeder zusammenstellen was er braucht (MTB-Skitour-Kletter-Skitour-MTB).

Schon nach kurzer Zeit ist die Uhr dann fertig eingestellt und es kann losgehen.

Bedienung der Suunto Ambit3 Peak

Ähnlich wie schon die X6HR ist die neue Ambit 3 über fünf Knöpfe leicht zu bedienen. Die Funktionen sind logisch und dank identischer Abläufe in den einzelnen Modi leicht nachvollziehbar.

Der Trainingsstart mit der Ambit3 ist denkbar einfach: Zuerst drückt man die Taste rechts oben, wählt dann "Trainieren" und sucht sich die jeweilige Sportart aus. Die Uhr beginnt dann mit der Suche des Herzfrequenzsenders und des GPS-Signals. Wenn man keinen Gurt trägt kann die Suche einfach abgebrochen werden. Hier kommt eine der großen Stärken der Ambit-Reihe zum Tragen. Meist gibt es schon nach wenigen Sekunden einen GPS-Fix und das Training kann gestartet werden. GPS-Uhren anderer Hersteller bzw. andere GPS Anwendungen lassen sie da oft deutlich mehr Zeit. Speziell wenn die Ambit3 regelmäßig und in gleicher Umgebung verwendet wird, kann die Uhr auf vorgespeicherte Satellitendaten zugreifen. Diese Satellitendaten werden bei jeder Synchronisation upgedatet.

Mit einem weiteren Druck auf die rechte obere Taste wird das Training gestartet. Spätestens jetzt kann man loslaufen. Optimalerweise sperrt man die Uhr aber noch mit einem Halten der Taste rechts unten um sicherzustellen, dass man nicht auf “Pause” kommt und der Move angehalten wird. Im Idealfall dauert das alles nur wenige Sekunden.

Während des Trainings kann man die verschiedenen Infobildschirme der Uhr per Knopfdruck durchschalten. Wie diese Bildschirme angeordnet sind, welche Daten gleichzeitig angezeigt werden und welche über weitere Knopfdrücke erreichbar sind, kann über die Webseite "Movescount" eingestellt werden. Neben den Sport-Modi lassen sich in der App auch Trainingsprogramme definieren. Diese eignen sich beispielsweise für Intervalleinheiten. Einmal auf die Uhr synchronisiert lassen sie sich jederzeit während des Trainings starten. Hier spielt die Ambit auch wie schon weiter oben erwähnt ihre ganz große Stärke aus: GPS. Es ist schon erstaunlich wie schnell die Uhr einen gps-Fix hat und dass die Uhr durchgehend ausreichenden Empfang hat um mitloggen zu können. Sowohl mein damaliges Twonav Navigationsgerät als auch mein Smartphone sind in beiderlei Hinsicht viel schlechter.


 

Movescount-App

Da die Ambit3 Peak HR auch als Analysewerkzeug dienen soll, ist die zugehörige Internetplatform natürlich sehr wichtig. Wie erwähnt, werden damit zum einen die Einstellungen an der Suunto-Uhr vorgenommen, zum anderen kann man damit das Training analysieren. Interessant ist die App auch während einer Trainingseinheit. Hier kann das Smartphone mit der Uhr gekoppelt und als erweitertes Display verwendet werden. Sinn macht das zum Beispiel beim Radfahren, wo man das Handy vorne am Lenker installieren kann. Ob Sonnenlicht und Handydisplay oder auch Akkulaufzeit damit richtig gut harmonieren ist eine andere Sache. Aus meiner Sicht jedoch eine nette Spielerei, die speziell dann Sinn macht, wenn man zwischendurch eine Karte benötigt. Diese hat man auf der Suunto Ambit3 nämlich nicht, auf dem Smartphone aber sehr wohl zur Verfügung. Außerdem kann man mit dem Smartphone Fotos in seinen Move integrieren, die dann mit passenden Geokoordinaten in der Webansicht verfügbar sind.

Das Koppeln nach der Trainigseinheit mit dem Laptop ist genial einfach: Uhr mittels usb-Kabel an den Laptop anstecken und schon geht das installierte Programm auf und synchronisiert bei vorhandener Internetverbindung automatisch die Daten mit dem movescount Account. Danach kann man die grafisch aufbereiteten Daten am Laptop auswerten und den Track auf der googlemaps Karte bewundern.

 

Der Suunto Smart Sensor und der Umstieg zu Bluetooth

Der HR-Brustgurt verbindet sich, wie übrigens auch das Smartphone, via Bluetooth mit der Ambit3 Peak. Er ist sehr dünn, liegt angenehm auf der Haut und ist während des Trainings kaum zu spüren. Der Hakenverschluss funktioniert sehr gut. Durch kleinere Bauweise ist der Gurt noch unauffälliger.

Wer möchte, kann den Sensor über Bluetooth auch direkt mit Movescount auf dem Handy verbinden und ohne Uhr nutzen. Ein tolles Feature des Smart Sensors ist, dass er Daten speichern kann. Wichtig wird das fürs Schwimmen, da Daten auch bei einem Verbindungsabbruch im Wasser weiter aufgezeichnet und dann später auf die Uhr übertragen werden können. Somit wird die Suunto Ambit3 Peak HR auch für Sportarten, bei denen man nicht unbedingt eine Uhr tragen möchte, ein perfektes Analysetool der Herzfrequenz. Für mich ist dies beim Klettern interessant, wo mir die Uhr nur im Weg umgeht und darüber hinaus verkratzen kann. Es ist zwar nur eine Spielerei, aber es ist durchaus interessant, wie der Puls in die Höhe schnellen kann, wenn man etwas weiter über dem letzten Haken in der Schlüsselstelle steht.

Der Akku der Multifunktionsuhr

Ein wichtiger Punkt bei einer Mutltifunktionsuhr ist definitiv die Akkulaufzeit. Suunto gibt für die Ambit3 Peak bis zu 200 Stunden an, was natürlich stark vom Aufzeichnungsintervall der GPS-Daten abhängt. Mit GPS Funktion sind aber meiner Erfahrung nach 3 Tagestouren machbar, bevor der Uhr der Saft ausgeht.


 

Activity-Tracker

Ein weiteres Feature der Ambit3 ist der integrierte Activity Tracker. Auf der Uhr gibt es dafür einen eigenen Bildschirm mit 3 verschiedene Anzeigen. Bei der Wochenaktivität werden in einem Balkendiagramm die verbrauchten kcal/Tag und der Tagesdurchschnitt angezeigt.

 

Eine zweite Ansicht zeigt die aktuell verbleibende Erholungszeit grafisch und in Stunden an. Dabei werden aufgezeichnete Moves und Aktivität während des Tages miteinander verrechnet. Meines Erachtens ist die errechnete Erholungszeit allerdings reichlich utopisch und springt bei einer anstrengenderen Tagestour schon mal um 40h+ nach oben. Auch die halbstündige Fahrt mit dem Fahrrad in die Arbeit schlägt mit 10h zu Buche. Evtl. liegt dies an nicht ganz optimalen Einstellungen meinerseits aber bisher konnte ich dies noch nicht optimieren.

 

In der letzten Ansicht wird die heutige Aktivität grafisch und in Textform angezeigt. Die Anzeige für die gemachten Schritte, wie es viele andere Activity-Tracker haben, gibt es auf der Ambit3 nicht. Auch sind all diese Werte nicht in Movescount zu finden.

Der Activity Tracker ist, meines Erachtens, sicher eine der weniger sinnvollen Funktionen die ich bisher herausgefunden habe.

 

Unwetteralarm/Sturmwarnung

Auf den Unwetteralarm wurde bei der Ambit der ersten Generation noch verzichtet. Bei der neuen Version gibt es diese praktische Zusatzfunktion. Zusätzlich ist in der Standarddisplayeinstellung eine Wettertrendanzeige integriert worden, der mit einem simplen Pfeil anzeigt, wie sich das Wetter voraussichtlich verändern wird.

Die Suunto Ambit3 Peak HR im Praxis-Test

Ich hatte das Vergnügen, die Ambit3 Peak auf diversen Touren und bei unterschiedlichsten Sportarten zu Testen. So hatte ich die GPS-Uhr beim einfachen Waldlauf, Wandern, Klettern und Radfahren schon mit dabei und werde sie noch auf Skitouren und einigen anderen Sachen testen.

 

Die Suunto Ambit3 hat alle Tests mit Bravour gemeistert. Bei Trainingseinheiten wie Laufen oder Radfahren hatte ich alle Daten, die ich für mich in diesem Modus definiert habe, immer zur Verfügung. Speziell beim Training ist das Starten von Trainingsprogrammen zu einem beliebigen Zeitpunkt ein tolles Feature. Die Satellitenverbindung hat die Ambit3 immer nach wenigen Sekunden hergestellt.

Neben normalen Trainingseinheiten hatte ich die Uhr auch bei der täglichen Fahrt mit dem Fahrrad in die Arbeit und einigen Bergtouren mit dabei. Hier hat sich die Ambit3 als zuverlässiger Begleiter erwiesen. Für den Notfall bei alpinen Touren sind die Funktionen ”zurück zum Startpunkt” oder “Route zurückverfolgen” tolle Features. Ein richtiges GPS wird die Uhr damit aber nicht ersetzen weil ihr dafür eine sinnvolle Kartendarstellung fehlt. In Kombination mit dem Smartphone als Notfallbackup glaube ich aber, dass ich vorerst auf ein “echtes” GPS Gerät verzichten werde.

Navigation mit der Suunto Ambit3

Für Bergbegeisterte sind die Navigationseigenschaften von besonderer Bedeutung. Bei der älteren Generation der Ambit war es nur möglich, über die Find-Back Funktion zu seinem Startpunkt direkt zurücknavigieren. Also nur Luftlinie von A nach B, was im Gebirge ziemlich nutzlos ist. Die einzige Möglichkeit die man hatte, war das Setzen von Punkten bei Richtungsänderungen, damit man bei einem Wetterumschwung zurücknavigieren konnte. Die Ambit3 kann durch den Find-Back-Modus den genauen Weg zurückverfolgen, den man bis jetzt gegangen ist. Damit wird die Uhr fast zu einem vollwertigen GPS-Gerät, was einem eine zusätzliche Sicherheitsreserve bietet. Darüber hinaus wird das GPS-Signal mit der Ambit3 deutlich schneller und besser empfangen. Über Movescount kann man Routen und Wegpunkt erstellen. Auch das Importieren einer KML- oder GPX-Datei ist möglich. So kann man zum Beispiel einen irgendwo heruntergeladenen Track in Movescount importieren. Auf Wunsch ist der Track nach der Synchronisation auf der Uhr verfügbar. Man kann dort den Track auswählen und muss sich entscheiden, ob man zum Endpunkt oder zum Anfangspunkt navigieren will. Danach startet die Navigation mithilfe von drei Bildschirmen. Eine rudimentäre Kartenansicht in hoher Zoomstufe, eine Ansicht in niederer Zoomstufe und eine Ansicht mit der Entfernung zum Track und einem Richtungspfeil. Der Richtungspfeil zeigt - dank des integrierten Kompasses - auch im Stehen die korrekte Richtung an. Die Navigation ist auch während einer Trainingseinheit möglich.

Direkt auf der Uhr kann man Wegpunkte setzen.

 

Hauptunterschiede der Ambit3 zum Vorgänger Ambit2

Ich habe die Ambit 2 zwar selbst nie gehabt, habe aber kurz eine Zusammenfassung der Dinge, die sich geändert haben unten angeführt:

  • Herzfrequenzmessung jetzt auch beim Schwimmen möglich

  • Herzfrequenz wird nur mehr per Bluetooth Smart übertragen und nicht mehr über ANT+

  • integrierter 24h-Activity-Tracker

  • Verbindung mit Smartphone und iOS App

  • größerer interner Speicher

Die Neuerung sind kleiner als sich so mancher gewünscht hätte und würden für mich keinen Umstieg von einer Ambit 2 auf die Ambit 3 rechtfertigen.

Mein Fazit zum Suunto Ambit3 Peak Test

Ich bin mit der Ambit3 Peak HR sehr zufrieden. Wie bei jeder Uhr mit einem ähnlichen Funktionsumfang muss man sich jedoch erst einarbeiten und ich bin mir sicher, dass ich die ein oder andere Funktion erst noch finden werde. Hat man die Grundlagen verstanden, ist die Bedienung relativ einfach. Die zugehörige Software Movescount ist sehr einfach zu bedienen.

Für die Zukunft werde ich noch mit den bei movescount erhältlichen Apps herumprobieren und gegebenenfalls mit einem neueren Smartphone die Synchronisierung testen.


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